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ARTus! zeigt das LEBEN

Das Eine und das Andere. NEBENEINANDER. Sehen wir den Tatsachen ins AUGE. Denken wir gemeinsam NEU. Jeder Mensch auf seine eigene ART und WEISE.

Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger

„Hunger ist die größte Tragödie unserer Zeit und beschämend für unsere Gesellschaft." Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für das mittlere und nördliche Afrika. Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen leiden rund 821 Millionen Menschen weltweit an Hunger (Stand 2017), also etwa jeder neunte (11%). Nach Angaben der FAO ist die Zahl der Hungernden zwar von 1990 bis 2015 um 216 Millionen zurückgegangen, in den folgenden Jahren aber wieder signifikant gestiegen. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben mehr Menschen als an HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Jedes Jahr sterben laut Jean Ziegler etwa 30–40 Millionen Menschen an Hunger bzw. den unmittelbaren Folgen (Stand 2007). Häufig sind Kinder unter fünf Jahren betroffen. Jedes siebte ist weltweit untergewichtig (Stand 2014) und jedes vierte ist chronisch unterernährt (Stand 2012). Unterernährung trägt jährlich und weltweit zum Tod von 3,1 Millionen Kindern unter fünf Jahren bei, was mehr als 45 % aller Sterbefälle von Kindern unter fünf Jahren entspricht (Stand 2013).

Die Krise als Chance für die Arbeitswelt

4.000 Forschende weltweit haben ein Manifest unterzeichnet, das zu einer Neugestaltung der Arbeitswelt aufruft: Arbeit soll demokratischer geregelt und Arbeitende nicht länger als Ressource betrachtet werden. Jene Arbeitsplätze, die derzeit als „systemrelevant“ erkannt werden, sind vielfach schlecht entlohnt und genießen wenig soziale Anerkennung. Menschen sind keine Ressource. Auf diese Fehlentwicklungen wollen Sozialforscherinnen und -forscher wie Thomas Piketty, Eva Illouz oder Chantal Mouffe in dem Manifest mit dem Titel „Democratizing Work“ aufmerksam machen, das bereits in der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ und der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienen ist. „Arbeit: Demokratisieren, dekommodifizieren, nachhaltig gestalten“ ist der Leitsatz, der dem Aufruf vorangestellt ist.

Papst: Pandemie mahnt zu Wandel des Lebensstils 

Papst Franziskus hat angesichts der Coronavirus-Pandemie erneut zu Solidarität gemahnt. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen hänge von der Verantwortung jedes Einzelnen ab. Jede Handlung habe Konsequenzen für andere, schrieb Franziskus in einem Beitrag für die neue Ausgabe der spanischen Zeitschrift „Vida Nueva“. Die Krise mache deutlich, dass die Menschheitsfamilie sich auf der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zusammenschließen müsse. Es sei nötig, „wie ein einziges Volk zu handeln“. 

2070: Zu große Hitze für Milliarden

Wenn der Ausstoß an Treibhausgasen nicht gemindert wird, könnten in 50 Jahren bis zu drei Milliarden Menschen in Gebieten mit einer Durchschnittstemperatur von über 29 Grad Celsius leben.
Das wäre außerhalb der klimatischen Nische, die für den Menschen ideal ist und die er seit mindestens 6.000 Jahren bewohnt. „Das Coronavirus hat die Welt in einer Weise verändert, die noch vor wenigen Monaten schwer vorstellbar war, und unsere Ergebnisse zeigen, wie der Klimawandel etwas Ähnliches bewirken könnte“, so Marten Scheffer von der Universität Wageningen (Niederlande) in einer Aussendung. Die Veränderungen würden zwar weniger schnell ablaufen, aber anders als bei der aktuellen Pandemie könne man nicht auf eine Erleichterung in absehbarer Zeit hoffen.

Umweltexperte fordert grünen Marshallplan

Konjunkturprogramme nach der Coronavirus-Krise sollten nach Meinung des deutschen Umweltwissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker für einen „grünen Marshallplan“ genutzt werden. „Denn in 30 Jahren oder so wird Deutschland und jedes andere Land daran gemessen, wie viel erneuerbare Energien anstelle der alten fossilen oder Kernenergie da ist“, sagte Weizsäcker heute dem Bayerischen Rundfunk. „Es geht darum, eine Harmonie zwischen dem kurzfristigen Überleben und dem langfristigen Profit zustande zu bringen“, sagte der Wissenschaftler. Der Fokus müsse daher auf einer nachhaltigen Produktionsweise liegen. „Man muss in der Konstruktion dessen, was auf dem Markt verkauft wird, dafür sorgen, dass Wartung und Reparatur das Normale und Wegwerfen die Ausnahme ist“, verlangte Weizsäcker. Er kritisierte, derzeit sei es „das Prinzip von vielen Herstellern, es soll so schnell wie möglich weggeworfen werden“.

Minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland in Deutschland

Auf dem Flughafen Hannover in Deutschland sind heute 47 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelandet, die zuletzt in Lagern auf den griechischen Inseln gelebt hatten. Sie sollen zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne untergebracht werden, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden. Wie das niedersächsische Innenministerium und das Bundesinnenministerium mitteilten, handelt es sich um 42 Kinder und um fünf Jugendliche, von denen vier in Begleitung jüngerer Geschwisterkinder sind. Vier der Minderjährigen sind Mädchen. „Ich freue mich, dass wir heute die ersten unbegleiteten Kinder empfangen können – trotz der schweren Belastungen durch die Corona-Krise“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

NGOs: Nur ein Anfang 

Die Ausreise der Kinder und Jugendlichen könne nur ein Anfang sein, wenn es darum gehe, die völlig überfüllten und unzumutbaren Camps auf den griechischen Inseln zu entlasten, sagte der deutsche Repräsentant des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Frank Remus, der dpa. Kritik an der geringen Zahl der Aufgenommenen übte die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl. „Wortgewaltig wird das Totalversagen der Staaten Europas kaschiert“, erklärte Geschäftsführer Günter Burkhardt. „Tausende müssten aus der Hölle Morias evakuiert werden“, verlangte er mit Blick auf das größte der Lager auf der Insel Lesbos.